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Eine Fundgrube für Jäger des verborgenen Wissens.


Kladderadatsch. Humoristisch-satyrisches Wochenblatt Nr.27, 28 nur Beiblatt, 32,33,34

Lagernummer: 38724
Autor:
Jahr: 1877
Verlag: Hofmann Verlag
Ort: Berlin
Druck: Erstausgaben
Einband: Broschiert
Format: etwas grösser A4
Rubrik 0: Humor/Satire
Rubrik 1: Deutschland 1816-71
Rubrik 2: Frankreich
Rubrik 3: Militaria
Rubrik 4: Baltikum, Lettland, Estland
Rubrik 5: Russland
Zustand: Gut
Preis: 25,00 €
zusammen ungefähr 50 Seiten mit zahlreichen Abbildungen, fast alle mit dazugehörigen Beiblättern, gering bis stark angefranst , handschriftlicher Besitzervermerk "Auflage v. Dehn", Nr. 32 mit Druckerschwärze ein Teil zensiert von der russischen Post

Der Inhalt der Titelseite / Karikatur von Nr. 32 (1877)

Haupt-Titelbild / Karikatur: Die Titelseite bildete die große politische Karikatur „Die gepfändete Mühle“ (oder teils unter dem Titel „Vor Plevna / Der Kriegsschauplatz“ aufgegriffen).

Bildmotiv: Sie thematisierte den festgefahrenen Vormarsch der russischen Armee auf dem Balkan gegen das Osmanische Reich und die damit verbundenen diplomatischen Spannungen zwischen den europäischen Großmächten (insbesondere Russland, Österreich-Ungarn und Großbritannien).

Text auf dem geschwärzten Titel Nr. 32: Neben dem gewohnten Zeitungskopf (Kladderadatsch. Humoristisch-satyrisches Wochenblatt) enthielt die Seite versifizierte Spottgedichte und Bildunterschriften, die das zaristische Vorgehen, die russische Militärführung oder die Balkan-Politik Alexanders II. auf die Schippe nahmen.Dass gerade Nr. 32 mit Druckerschwärze („Kaviar“) zensiert wurde, hat einen direkten historischen Grund:

Russisch-Osmanischer Krieg 1877: Im Sommer 1877 befand sich das Zarenreich im Krieg gegen das Osmanische Reich. Die russische Zensurbehörde (Inländische und Ausländische Zensur) überwachte alle aus dem Ausland importierten Zeitungen im Baltikum (Livland/Reval/Riga) extrem streng.

Kritik am Zarenreich: Der Kladderadatsch übte im Juli 1877 scharfe Satire an den militärischen Rückschlägen der Russen sowie der russischen Kriegspropaganda.

Schwärzungsmethode: Wenn der russische Zensor beleidigende oder militärisch kritische Passagen gegen den Zaren oder die Armee feststellte, wurde der entsprechende Text- oder Bildbereich bei der Postaustragung mit dicker schwarzer Druckerschwärze unleserlich walzt (im Volksmund als „russischer Kaviar“ bezeichnet).



August von Dehn (1823–1889) war beruflich vor allem als Jurist, Richter und Verwaltungsbeamter im historischen Baltikum (Livland) tätig
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